HRV | VNS

Auswirkungen der Dominanz von Sympathikus und Parasympathikus
Was ist eine VNS-Analyse / HRV-Messung?

Die VNS-Analyse zeigt einfach, schnell und weltweit wissenschaftlich anerkannt, wie unser vegetatives Nervensystem (VNS) reguliert und funktioniert. Das VNS mit seinen beiden Hauptnerven Sympathikus und Parasympathikus, auch Vagus genannt, ist eine übergeordnete Steuerzentrale im Körper, welche untergeordnete Prozesse und alle Vitalfunktionen wie Blutdruck, Atmung, Herzfrequenz, Immun-, Hormon- und Verdauungssystem, Energiebereitstellung usw. steuert und reguliert.

Die Logik der VNS-Analyse

"Wenn eine übergeordnete Steuer- und Regelzentrale, wie das vegetative Nervensystem, untergeordnete Systeme und Organe bis auf Zellebene steuert und reguliert, ist der Funktionszustand des übergeordneten Steuersystem VNS der wichtigste diagnostische Messwert."

HRV-Herzschlag
VNS-Analyse - misst den Abstand von Herzschlag zu Herzschlag

Das Herz rückt bei der VNS Analyse in den Mittelpunkt. Da es direkt von Sympathikus und Parasympathikus über das Reizleitungssystem gesteuert wird, dient es bei der VNS Analyse als Erfolgsorgan, um den Regulationszustand des vegetativen Nervensystems zu messen. Da vom Sympathikus und Parasympathikus innere und äußere Reize registriert und verarbeitet werden, folgen sinnvolle Reaktionen (Regulation), um den Organismus bestmöglich auf die aktuellen Bedürfnisse vorzubereiten (z.B. akute Gefahr = Energiebereitstellung). Eine Störung des VNS mit überaktivem Sympathikus und hypoaktivem Parasympathikus wird physiologisch und zwangsläufig zu einer geänderten Erregung des Herzens führen. Dadurch wird die Herzfrequenzvariabilität / Herzratenvariabilität (Abstand von Herzschlag zu Herzschlag) entsprechend verändert und ist somit messbar!

Mögliche Fehldiagnosen ohne Kenntnis des aktuellen Regulationszustandes des vegetativen Nervensystems

Auf Grund der biologischen und physiologischen Grundlagen (Basiswissen) des vegetativen Nervensystems und damit einhergehender Regulationsprozesse ist es sehr wichtig, dass Therapeuten den aktuellen Funktions- und Regulationszustand des VNS kennen, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Beispiel wie Fehldiagnosen entstehen können ohne VNS-Analyse:
Ein Patient Mitte vierzig kommt zu einer Routine- oder Vorsorgeuntersuchung. Man nimmt ihm Blut ab, um seinen Zuckerstatus zu prüfen und für eine Blutlaboranalyse. Es wird festgestellt, dass der „Nüchternblutzucker" viel zu hoch ist. Zusätzlich wird noch der Blutdruck gemessen und ebenfalls festgestellt, daß dieser bei 165/95 liegt und somit zu hoch für sein Alter ist!
Dem Patient wird daraufhin mitgeteilt, dass einige seiner Werte viel zu hoch sind und er in 3 Tagen noch einmal vorbeikommen muss um einen Glukosetolleranztest durchzuführen - es könnte sein, dass er Diabetes hat und eventuell noch BETA-Blocker für sein erhöhten Blutdruck benötigt!
3 Tage später kommt der Patient wieder und es wird der Glukosetolleranztest sowie eine erneute Blutdruckmessung durchgeführt. Die Vermutung des Arztes bestätigt sich, dass der Zucker nicht schnell genug in die Zellen geschleust wird und der Blutdruck zu hoch ist! Jetzt muss noch abgeklärt werden, ob eine Insulinresistenz oder eine Minderproduktion von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse vorliegt! Danach werden ihm die Diagnosen Diabetes mellitus und Bluthochdruck mitgeteilt und er bekommt den Rest seines Lebens entsprechende Medikamente ...

Beispiel wie Fehldiagnosen mit VNS-Analyse verhindert werden:
Ein Patient Mitte vierzig kommt zur Routine- oder Vorsorgeuntersuchung in eine Praxis. Zuerst wird eine VNS-Analyse durchgeführt. Anschließend wird Blut abgenommen, um den Blutzuckerwert zu messen, eine Blutdruckmessung wird ebenfalls durchgeführt. Beide Werte, sowohl der Blutzucker als auch der Blutdruck, sind erhöht!? Die VNS Analyse ergibt ein hohen Sympathikus / Stressindex und geringen Wert für den Parasympathikus / Entspannungsnerv.

Die korrekte Diagnose = Dauerstress!

Auf Grund der VNS Analyse weiß der Arzt, dass bei einer Sympathikotonie (Kampf- und Fluchtsituation / Überlebenskampf!) der Zucker im Blut hoch sein muss, weil dieser Energie bereit stellt für den „Überlebenskampf " Ein hoher Blutdruck ist ebenfalls normal bei einer Kampf- und Fluchtsituation, ebenso erhöhte Puls-, Cholesterin-, Gerinnungswerte und andere Laborparameter!
...Der Arzt fragt nach den Ursachen für seinen Stress und erfährt, dass seit Wochen eine Beziehungskrise besteht und der Chef auch noch mächtig Druck macht! Der Schlaf nachts funktioniert nicht mehr richtig und die Schlafstörungen werden immer schlimmer. Der Arzt bespricht mit ihm Möglichkeiten, seinen Stress zu reduzieren. In so einem Fall von Bluthochdruck und/oder Diabetes zu sprechen, wäre vermutlich kein guter Weg für den Patienten.

Hauptparameter einer VNS-Analyse

Das größte Augenmerk ist auf den roten SI-Balken (Symphatikus, Anspannung, Stress) und den blauen RMSSD-Balken (Parasymphatikus, Entspannung) zu richten. Der HF-Balken stellt die durchschnittliche Herzfrequenz pro Minute dar.
Der direkte Vergleich zwischen Anspannung (roter Balken) und Entspannung (blauer Balken) ist ein großer Vorteil dieser Analyse-Software. Bei einer in Ruhe (sitzend oder liegend) durchgeführten Messung, sollte bei einer guten Regulation des VNS der Entspannungsnerv gleichhoch bzw. höher wie der Anspannungsnerv sein!
Sobald der rote Balken höher / deutlich höher ist, überwiegt trotz Ruhemessung der Anspannungsnerv. Das bedeutet, der Körper befindet sich in einer „Kampf- und Fluchtsituation" mit entsprechend physiologischen und körperlichen Reaktionen.

Beispiel einer VNS Analyse mit guter Regulation
HRV Gute Regulation
Alle Hauptparameter befinden sich im Normbereich. Hier ist eine gute Balance zwischen Anspannung und Entspannung vorhanden.
Der blaue Balken = Parasympathikus ist etwas höher als der rote Balken = Sympathikus.

Beispiel einer VNS Analyse mit eingeschränkter Regulation
HRV Eingeschränkte Regulation
Der rote Balken = Sympathikus ist deutlich höher als der blaue Balken = Parasympathikus, obwohl die Messung im sitzen und in Ruhe durchgeführt wurde. Das bedeut, dass in Ruhe, beim Sitzen dennoch der „Säbelzahntiger" sehr präsent ist und der Körper genauso reagiert, als wenn er in einer akuten Stress-, Kampf- und Fluchtsituation ist. Auf Dauer muss dies zu weiteren Störungen und Beschwerden führen, das ist nur eine Frage der Zeit.

Beispiel einer VNS Analyse mit Regulationsstarre / massivem Dauerstress
HRV Regulationsstarre
Der rote Balken = Sympathikus ist extrem hoch und der blaue Balken = Parasympathikus extrem niedrig. Obwohl die Messung im Sitzen und in Ruhe durchgeführt wurde, herrscht im Körper eine extreme Anspannung. Das therapeutische Ziel sollte in diesem Fall darin bestehen, den roten Balken zu senken und den blauen zu stärken. Starke Reiztherapien sollten hier vorerst nicht eingesetzt werden, da jeder zusätzliche Reiz das System zum umkippen bringen kann!

Verschiedene Entspannungsmethoden und leichte Bewegung können hier den Körper in eine bessere Regulation bringen, um dann entsprechende Themen wie Stressfaktoren, Problem- und Konfliksuche angehen zu können. Meist liegen hier neben körperlichem Stress vor allem erhebli­che psychische Konflikte vor (Familie, Beziehung, Kinder, Arbeit ... ).
Solche Messungen werden auch sehr oft nach längeren chronischen Krankheiten oder starken medikamentösen Therapien wie z.B. Chemotherapie festgestellt! Die VNS-Analyse ist zudem sehr gut geeignet, um Überdosierungen von Medikamenten schnell und einfach sichtbar zu machen sowie zur Therapie-Erfolgskontrolle.

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